Periode, Menstruation, Schwangerschaft und Verhütung

Was ist eine Zyste?

Die Zyste ist ein durch ein Epithel (Zellschicht) umschlossener Hohlraum im menschlichen Gewebe, der mit Flüssigkeit angefüllt ist. Bei den Flüssigkeiten kann es sich um Gewebswasser, Blut, Eiter sowie auch Talg handeln. Sie kann mehrere Kammern enthalten. Zysten kommen in unterschiedlichen Geweben und Organen im menschlichen Körper vor.

Die Bezeichnung “Zyste” entstammt dem griechischen Begriff „kystis“, dass übersetzt „Blase“ bedeutet. In der Medizin werden drei verschiedene Gruppen unterschieden. Die „echte Zyste“ ist mit einer Zellschicht (Epithel) umhüllt. Die zweite Gruppe bildet die „Pseudozyste“, welche von Bindegewebe umschlossen ist. Die dritte Gruppe beinhaltet „Hautzysten“ wie zum Beispiel Talgzysten (Atherome) und Follikelzysten. Die gefüllten Bläschen können in allen Bereichen des Körpers auftreten und werden auch nach Art und Körperbereich in der Medizin differenziert und behandelt.

Beispiele sind:
  • die Lymphzyste
  • die Leberzyste
  • die Zystenlunge (Wabenlunge)
  • die Mukozele im HNO-Bereich
  • die Bakerzyste im Skelett,
  • die Nierenzyste und die Spermatozele im urologischen Bereich
  • die Arachnoidalzyste oder die Plexuszyste im neurologischen Bereich
  • die Ovarialzyste, die Ovula Nabothi und die Mammazyste in gynäkologischen Körperbereichen

Die Epidermoidzysten sind monodermale Geschwulste und können an verschieden Körperstellen wie dem Gehirn, der Haut, den Hoden, den Eierstöcken, am Unterkiefer, der Zunge und Kinn auftreten. 

Entstehung und Ursache

Die Ursachen sowie die Entwicklung von Zysten sind unterschiedlicher Herkunft. Eine Zyste kann entstehen, wenn bestimmte Flüssigkeiten nicht abfließen können. Ist zum Beispiel der Ausführungsgang einer Drüse oder einem anderen Sekret absondernden Organ verstopft, kann sich eine Zyste bilden. Diese, die sich aufgrund einer Abflussbeeinträchtigung entwickeln, werden als „Retentionszysten“ bezeichnet. Zysten können sich auch aufgrund von Krankheiten entwickeln, wie zum Beispiel die Lungenzyste aufgrund der Erbkrankheit Mukoviszidose. Die Zystenbildung kann auch vererbt werden wie zum Beispiel bei der Zystenniere oder der Zystenleber. Häufig können auch Medikamente eine Zystenbildung hervorrufen, wodurch z.B. die Zystenniere auch entstehen kann. Auch Tumore oder Behandlungen gegen Krebs können die Zystenbildung verursachen. Eine sehr häufige Ursache für die Bildung in den Eierstöcken, der Brust oder den Hoden sind hormonelle Einflüsse. Des Weiteren verursachen auch Parasiten und Krankheitserreger wie Bandwürmer, Schistosoma oder Amöben die Zystenbildung, besonders in der Leber und der Harnblase. Zysten können in ihrer Größe mikroskopisch klein oder auch so groß werden, dass sie andere Organe sowie Gewebe verdrängen.

Zysten an Gebärmutter und Eierstöcken – Gefahr?

Viele sind gutartig und ungefährlich. Bei Frauen treten sie häufig an den Eierstöcken und der Gebärmutter auf. Sehr häufig vorkommende Zysten sind die Ovarialzyste an den Eierstöcken und die Retentionszyste „Ovula Nabothi“ im Portio vaginalis uteri des Gebärmutterhalses. Beide Zystenarten sind in den meisten Fällen gutartig. Funktionelle Ovarialzysten wie Follikelzysten, Corpus-luteum-Zysten, Luteinzysten bilden sich häufig selbst wieder zurück oder platzen. Zysten in den Eierstöcken können Schmerzen verursachen. Beim Zerplatzen können Blutgefäße gestreift werden, wodurch es zu Blutungen im Unterleib kommen kann. In diesem Fall muss ein operativer Eingriff vorgenommen werden. In der Regel hat dies aber keine Auswirkung auf eine mögliche Schwangerschaft. Eine sehr häufige und eigenständige Zystenerkrankung bei Frauen ist die Endometriose. Endometriosezysten sind mit einem braunen dicklichen Sekret gefüllt. Die konkrete Ursache für Endometriose ist bisher noch unerforscht. Sie kann, muss aber nicht in jedem Fall, zu Unfruchtbarkeit führen oder auch eine Befruchtung erschweren. Dermoidzysten sind von einem Oberhautgewebe umschlossen und treten überwiegend im Eierstock auf. Sie ist eine embryonale Fehlentwicklung, die aus einem reifen Teratom mit unterschiedlichen Gewebearten besteht. Innerhalb der Dermoidzysten können sich Strukturen von Muskulatur, kleinen Knochen, Haaren oder auch Zähnen entwickeln. In den meisten Fällen sind Dermoidzysten gutartig. Entarten sie jedoch, zum Beispiel zu einem bösartigen Tumor, kann es gefährlich werden.

Behandlung

Viele Zysten fallen im Körper zufällig bei einer Untersuchung auf. Gutartige, die weder Schmerzen noch Schäden verursachen, bedürfen keiner Therapie, werden von den Ärzten aber regelmäßig beobachtet. Sie können in Abhängigkeit der Art und der Lokalisierung operativ und chirurgisch entfernt werden. Bei Zysten im Eierstock bzw. im Bauchraum zum Beispiel mittels dem Operationsverfahren „Laparoskopie“. Stehen sie in Verbindung mit anderen Krankheiten, entscheidet der behandelnde Arzt über die geeignete Behandlung.

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