Periode, Menstruation, Schwangerschaft und Verhütung

Mehr Sex um schwanger zu werden

Technisch-nüchtern betrachtet, ist das Geschehen rund um die Fruchtbarkeit der Frau recht einfach erklärbar. Der weibliche Zyklus beträgt bei den meisten Frauen 28 Tage und wird in Proliferationsphase und Lutealphase unterteilt. Die beiden Phasen werden durch den Eisprung, die Ovulation, getrennt. In der ersten, der Proliferationsphase, erneuert sich die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut und gleichzeitig reift in einem der beiden Eierstöcke ein neues Ei heran, das etwa am 14. Tag der Periode nach Ausreifung mit dem Eisprung aus seiner Eihülle freigegeben wird und sich im Eileiter in Richtung Gebärmutter auf den Weg macht und – befruchtet oder unbefruchtet – mehrere Tage benötigt bis es den Eileiter passiert hat und in der Gebärmutter andocken kann. Mit dem Eisprung beginnt die Lutealphase, in der die Frau hormonell zunächst auf eine mögliche beginnende Schwangerschaft vorbereitet wird. Falls kein befruchtetes Ei die Gebärmutter erreicht, gibt der Körper die Schwangerschaftsvorbereitung auf und treibt das unbefruchtete Ei zusammen mit der obersten Schicht der Gebärmutterschleimhaut mit der Menstruation aus. Jede Periode, die nicht in eine Schwangerschaft übergeht, entspricht – hormonell gesehen – einer sehr frühen Fehlgeburt. Der gesamte Zyklus wird durch ein raffiniertes Zusammenspiel von Hormonen gesteuert.Da die Spermien des Mannes 5 – 6 Tage im Körper der Frau überleben können und mehrere Stunden benötigen bis die Kräftigsten unter ihnen das (noch) unbefruchtete Ei im Eileiter erreichen und das Ei selbst nur 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig bleibt, ist es klar, dass innerhalb des Zyklus nur die 2. Hälfte der ersten Phase, also etwa der 7. bis 14. Tag nach Beginn der Menstruation bis zum Eisprung die besten Chancen auf eine Schwangerschaft bieten. Nur wenige Stunden nach erfolgtem Eisprung ist es schon wieder zu spät! Sex während der fruchtbaren Tage führt angeblich zu einer 30 % Chance auf Schwangerschaft. In der Realität sollte berücksichtigt werden, dass ungeschützter Sex während der fruchtbaren Tage der Frau zwar die Voraussetzung für eine mögliche Schwangerschaft ist, aber keineswegs eine Garantie dafür, weil das Zustandekommen einer Schwangerschaft von vielen weiteren (weichen) Faktoren wie psychisches Umfeld (Dauerstress) beeinflusst werden kann.

Signale der Frau für Empfängnisbereitschaft – Männer macht das an

Gesellschaftliche Konventionen einmal beiseite gestellt – unsere Gene kennen keine Konventionen – nützt es der Frau wenig, wenn sie durch ihre Hormone auf Empfängnis eingestellt ist und potenzielle „Spermienspender“ davon „keinen Wind“ bekommen! Die Natur denkt natürlich an alles. Ein ganzes Bündel von Signalen, die eine Frau während der fruchtbaren Tage, gewollt oder ungewollt, aussendet, können Männer in Schwung bringen. Ein wichtiges olfaktorisches Signal sind Sexuallockstoffe (Pheromone), die zwar eigentlich geruchlos sind, aber trotzdem vom Mann unbewusst wahrgenommen werden, weil diese Lockstoffe über den Riechnerv direkt ins Stammhirn geleitet werden und bei ihm dort hormonelle Reaktionen auslösen. Vereinfacht ausgedrückt, gerät der Mann in eine positive Stimmung und findet die entsprechende Dame als attraktiv, auch wenn sie vielleicht nicht seinem Schönheitsideal entspricht.

Es gibt noch ein ganzes Bündel optischer Signale, die eine Frau während der fruchtbaren Tage im Köcher hat. Es ist hauptsächlich das vermehrt bereitgestellte Hormon Östrogen, das die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung eines befruchteten Eis während der ersten Hälfte der Zyklusphase einstellt. Gleichzeitig führen das Östrogen und andere Hormone zu einer deutlich gesteigerten Durchblutung der Schamlippen und der Lippen, die auf Männer dann attraktiv wirken. (Roter Lippenstift signalisiert eigentlich Empfängnisbereitschaft!). Auch das Dekolletee kann durch eine leicht rötlichere Farbe unbewusst als Signal für Empfängnisbereitschaft empfunden werden.

Viel hilft (nicht) viel?

Es gibt mehrere Methoden, um die fruchtbaren Tage innerhalb des Monatszyklus zu bestimmen, z. B. über regelmäßige Temperaturmessung jeweils morgens vor dem Aufstehen. Kurz vor dem Eisprung kommt es zu einem geringfügigen Absinken der Körpertemperatur kommt und unmittelbar danach zu einem Temperaturanstieg um 0,3 Grad, der bis zum Ende des Zyklus anhält. Es sind aber für die Frau auch andere Körpersignale erkennbar. So verändert der Zervixschleim seine Konsistenz, er wird klar und dünnflüssig und lässt sich zu klebrigen Fäden ziehen (ähnlich wie Hühnereiweiß). Die veränderte Zusammensetzung hilft den Spermien, leichter in die Eileiter vorzudringen und dient gleichzeitig als Gleitmittel während des Verkehrs. Auch sorgt der Cocktail an Hormonen normalerweise dafür, dass die Frau eine erhöhte Libido verspürt.

Für Paare, die ihren Kinderwunsch verwirklichen wollen und sich auch nach mehreren Monaten noch keine Schwangerschaft eingestellt hat, stellt sich die Frage, wie häufig sie Sex haben sollten, um ihren Wunsch nach einer Schwangerschaft zu optimieren. Bis noch vor wenigen Jahren herrschte die Meinung vor, dass eine gewisse Enthaltsamkeit vor dem Sex während der fruchtbaren Tage die Chance auf Schwangerschaft erhöhen würde, weil das Ejakulat dann eine höhere Anzahl von Spermien enthalte. An der israelischen Universität Soroka wurde zwar bestätigt, dass das Ejakulat dann eine höhere Spermiendichte aufweist, dass aber vor allem wegen der höheren Zahl alter und (fast) unfruchtbarer Spermien. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass Verkehr alle 2 bis 3 Tage optimal sei. Angesichts der wenigen „fruchtbarsten“ Tage innerhalb einer Periode lässt eher den Schluss zu, dass etwa ab 3 Tagen vor dem Eisprung bis zum Eisprung täglicher Sex die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen kann.

Förderlich für eine Empfängnis sind Stellungen beim Sex, die ein möglichst tiefes Eindringen des Penis unterstützen und die den Spermien ihren Weg in Richtung unbefruchtetes Ei im Eileiter erleichtern. Die beste und natürlichste (von der Natur ursprünglich so vorgesehen) ist der sogenannte Doggy Style, allerdings können sich nicht alle Frauen damit anfreunden. Ein vertrauenswürdiges Verhältnis mit dem Partner, vor dem keine Scham empfunden wird, hilft den Sex abenteuerlicher zu gestalten. Als Alternative kommt durchaus die altbekannte Missionarsstellung oder das sogenannte Löffelchen infrage. Übrigens, ein Orgasmus der Frau kann eine Empfängnis durchaus unterstützen, weil ein konvulsivisches Öffnen und Schließen des Muttermundes die Beförderung der Spermien unterstützt.

Dauerstress ist der Libido abträglich – Unterstützung durch Stimulanzien?

Falls Paare ihren Wunsch nach Schwangerschaft über einen längeren Zeitraum nicht verwirklichen können, erzeugt das einen gewissen Erfolgsdruck und damit Stress, der für beide, Frau und Mann, abträglich ist. Eine erfolgreiche Empfängnis ist nicht nur von körperlichen Voraussetzungen abhängig, sondern die Bereitschaft zur Empfängnis wird vor allem durch die richtigen „Weichenstellungen“ im Gehirn ausgelöst, die bei sexueller Erregung erzeugt werden können. Negative psychische Faktoren wie Sorgen, übermäßiger Erfolgsdruck und Dauerstress sind abträglich. Deshalb können natürliche Stimulanzien wie Granatapfelsaft und eine Vielzahl gängiger Gewürze wie Ingwer, Nelken und Chili mit Durchblutung und Entspannung fördernder Wirkung durchaus empfohlen werden. Auch Potenzmittel, die PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Hemmer) enthalten wie z. B. Lovegra, das als Hauptwirkstoff den PDE-5-Hemmer Sildenafil enthält, entfalten Wirkungen, die sexuelles Verlangen und Entspannung steigern.
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