Periode, Menstruation, Schwangerschaft und Verhütung

Die Spirale

Die Auswahl an Verhütungsmitteln ist ebenso verwirrend wie umfangreich. Bei Knaus-Ogino, Kalender- oder Temperaturmethode, Pille, Kondom, Hormonring oder -stäbchen und Spirale kann man schnell mal den Überblick verlieren. Es kann mitunter Jahre dauern, bis man die geeignete Methode für sich und seine Lebensumstände findet.Als eines der sichersten und weltweit das verbreitetste reversible Verhütungsmittel gilt heute die Spirale. Hierbei muss man unterscheiden zwischen Kupfer- und Hormonspirale. Beide werden von Frauenarzt oder -ärztin nach vorhergehender Untersuchung in den Uterus eingesetzt. Oft geschieht dies während der Monatsblutung, weil dann der Gebärmutterhalskanal natürlich geweitet ist. Die meisten Spiralen haben eine T-Form, können aber auch einer Schleife oder der Zahl 7 ähneln. Sie werden durch den Muttermund in den Uterus eingeführt und können jederzeit mit Hilfe zweier am unteren Ende der Spirale befestigten Rückholbändchen wieder entfernt werden.

Es gibt einige Situationen, bei denen sich die Spirale als Verhütungsmethode nicht empfiehlt oder gar schädlich ist, wie zum Beispiel bei akuter oder chronischer Unterleibsentzündung, ungeklärten Blutungsstörungen, Nierenerkrankungen oder nach einer Eileiterschwangerschaft. In jedem Falle müssen alle Risiken vorher mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin abgeklärt und etwaige Gefahren ausgeschlossen werden, weshalb beide Arten der Spirale in Deutschland verschreibungspflichtig sind.

Die Kupferspirale, so wie wir sie kennen, gibt es seit den 1970er Jahren, in denen die empfängnisverhütende Wirkung von Kupfer bekannt wurde. Spiralen auf Basis anderer Metalle wurden schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts entworfen. Das Prinzip besteht in einem an einer Plastikvorrichtung aufgewickelten Draht, der stetig kleine Mengen Kupfer abgibt. Dies verringert die Lebensdauer und Beweglichkeit der Spermien und verhindert so ihre Befruchtung in den Eileitern. Hinzu kommt, dass der Fremdkörper eine sterile Entzündungsreaktion bei der Schleimhaut hervorruft, was ebenso wie das Kupfer den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut hemmt. So wird das Einnisten dennoch befruchteter Eizellen unmöglich gemacht. Auf Grund dieser Eigenschaft kann die Spirale sogar auch als Notfallverhütungsmittel eingesetzt werden, wenn zum Beispiel die 72-Stunden Frist der Pille danach abgelaufen oder die hormonelle Behandlung aus anderen Gründen nicht möglich ist.

Die Hormon-Spirale ist seit 1996 in Deutschland erhältlich. Sie wirkt ähnlich wie ihr Pendant aus Metall, jedoch wird bei ihr das Hormon Levonorgestrel statt des Kupfers abgegeben. Bei dieser Form der Spirale befindet sich im unteren Teil ein Reservoir, aus dem kontinuierlich das Gestagen ausgeschüttet wird. Auch hier wird die Beweglichkeit der Spermien eingeschränkt. Außerdem verdickt sich der Schleim im Gebärmutterhals und wird so für die Samenzellen undurchlässiger. Neben der Auswirkungen auf den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut bewirkt das Gestagen auch, dass Eireifung und Eisprung beeinflusst und teilweise sogar unterdrückt werden können.

Grundsätzlich ist durch die Anwendung der Spirale eine hohe bis sehr hohe Verhütungssicherheit gewährleistet. Je nach Produkt dauert der Schutz zwischen drei und fünf Jahren an, die richtige Positionierung der Spirale sollte jedoch alle sechs Monate bei einem Arztbesuch per Ultraschall kontrolliert werden. Bei der Hormon-Spirale gehen Blutungsstärke und damit auch Blutungsschmerzen stark zurück, bleiben in manchen Fällen sogar ganz aus.

Ebenfalls in den 70er Jahren kam es auf Grund von Konstruktionsmängeln zu gravierenden Entzündungen, was der Spirale bis heute den Ruf einer sehr risikobehafteten Verhütungsmethode einbringt. Heute ist diese Gefahr weitgehend gebannt. Dennoch kann es vereinzelt zu Unterleibsentzündungen kommen, welche sofort ärztlich behandelt werden müssen, da sie unter Umständen zu späterer Unfruchtbarkeit führen können. Frauen, die nur temporär einer Schwangerschaft vorbeugen wollen, werden meist besonders auf dieses Risiko hingewiesen. Auch die Gefahr einer Verletzung beim Einsetzen der Spirale ist – wenn auch in geringem Maße – gegeben. Zudem kann es bei der Kupferspirale zu verstärktem Menstruationsfluss und den damit verbundenen Beschwerden kommen. Das komplette Ausbleiben der Regelblutung bei der Hormon-Spirale hingegen wird von manchen Frauen auch als belastend empfunden. Weitere Nebenwirkungen des Hormonprodukts können sein: Brustspannen, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Akne, Stimmungsveränderungen und verringerte Libido.

Die Kosten für eine Kupfer-Spirale einschließlich Beratung, Untersuchung und Einlegen liegen zwischen 120 und 200 €, für die Hormon-Variante 250 bis 350 €. Hinzu kommen Kosten für die empfohlene halbjährliche Ultraschallkontrolle, die bis zu 60 € betragen können. Nach der Gebührenordnung für ÄrztInnen soll die Spirale bei gesetzlich krankenversicherten Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen werden. Dies wird jedoch in einigen Fällen abgelehnt und sollte vor dem Einsetzen abgeklärt werden.

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