Periode, Menstruation, Schwangerschaft und Verhütung

Die Antibabypille

Seit 1960 vertrauen Mädchen und Frauen auf die schwangerschaftsverhütende Wirkung der Antibabypille. Lange Zeit lag die sichere Verhütung in den Händen der Männer: Das Kondom schützt seit den 1930er Jahren vor ungewollten Schwangerschaften. Seit gut 50 Jahren gibt es daneben noch die Antibabypille.

Sie wurde in den Vereinigten Staaten erfunden und war in manchen Ländern bis vor weniger Jahren aus religiösen Gründen verboten. 1960 löste ihre Einführung in weiten Teilen Europas den sogenannten Antibabypilleknick aus. Die Zahl der Schwangerschaften nahm in diesem Jahr massiv ab. Der Antibabypille werden auch seitens der Frauenbewegung Lobeshymnen gesungen. Die Pille ermöglichte es den Frauen, die nicht mehr schwanger werden wollten, deren Männer dies aber nicht akzeptierten, im Geheimen zu verhüten. Die Antibabypille ist auch heute noch eine der beliebtesten Verhütungsmethoden. Die Anwendung ist simpel und die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen, wenn die Einnahme nicht über Jahrzehnte erfolgt. Die Pille beinhaltet Östrogen und Gestagene, die in zwei Momenten des natürlichen Zyklus einsetzen: Einerseits wird das Herausbilden einer fruchtbaren Eizelle verhindert, andererseits wird die Gebärmutterschleimhaut davon abgehalten, durch Anschwellen einen Nistplatz für eine möglicherweise doch befruchtete Eizelle vorzubereiten. Die Antibabypille muss 21 Tage lang täglich eingenommen werden und wird dann sieben Tage lang ausgesetzt. Während dieser sieben Tage tritt eine zwei- bis fünftägige Blutung ein. Die Antibabypille verliert ihr Wirkung schon bei einmalig versäumter Einnahme oder wenn ihre Inhaltsstoffe auf Grund von Durchfall oder Erbrechen nicht vollständig im Blut aufgenommen wurden. Auch Frauen und Mädchen, die gar nicht verhüten wollen, nutzen die regulierende Wirkung der Antibabypille. Bei manchen Patientinnen kann sie auch Unterleibsschmerzen oder Stimmungsschwankungen lindern.

Die Antibabypille wurde allerdings auch von einigen Gynäkologen als krebsrisikosteigerndes Medikament identifiziert. Entscheidend ist dabei die Länge der Einnahme. Wer die Pille länger als zehn Jahre nimmt, hat z. B. ein deutlich höheres Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Die Antibabypille kann jungen Frauen ab 14 Jahren, ohne das Wissen der Eltern, beim Frauenarzt verschrieben werden. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel bis zum 20. Lebensjahr die Kosten. Lediglich eine Gebühr von 5 € muss bei der Apotheke bezahlt werden. In manchen Städten werden die Antibabypille und andere Verhütungsmethoden auch bis zum 25. Lebensjahr noch von der Kommune bezahlt. Dahinter steht die Einsicht, dass es günstiger ist jungen Frauen, die noch kein Geld verdienen, ihre Verhütung zu bezahlen als ihnen später finanzielle Unterstützung im Falle einer ungewollten Schwangerschaft zu leisten.

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